Ein Windows-Upgrade löst bei vielen erst einmal Unbehagen aus. Verständlich – schließlich hat fast jeder schon einmal von fehlenden Dateien oder nicht mehr startenden Programmen nach einem Update gehört. Gleichzeitig führt kaum ein Weg daran vorbei: Windows 10 erreicht im Oktober 2025 sein Support-Ende, und Windows 11 ist inzwischen auf mehr als der Hälfte aller Desktop-PCs im Einsatz.
Die gute Nachricht: Ein korrekt durchgeführtes In-Place-Upgrade erhält Programme, Einstellungen und persönliche Daten. Die weniger gute: Fehlerhafte Vorbereitung, inkompatible Hardware oder ein Abbruch zur falschen Zeit können dennoch Probleme verursachen. Genau deshalb ist Vorbereitung der entscheidende Faktor.
Mit den folgenden Schritten reduzieren Sie das Risiko erheblich – egal, ob Sie Ihren privaten Rechner aktualisieren oder mehrere Systeme betreuen.
- Datensicherung – bevor überhaupt an ein Upgrade zu denken ist
Ein Windows-Upgrade ohne Backup ist wie ein Umzug ohne Kartons: Es kann gutgehen, muss es aber nicht. Auch wenn Microsoft verspricht, dass Daten erhalten bleiben, sollte man sich nie darauf verlassen.
Sichern Sie alle wichtigen persönlichen Daten:
- Dokumente, Bilder, Videos, Musik
- Projekt- und Arbeitsordner
- Datenbanken oder spezielle App-Daten
Am besten auf mindestens ein externes Medium (USB-Festplatte, NAS) – zusätzlich gern in die Cloud.
Bewährte Windows-Bordmittel
- Dateiversionsverlauf: Ideal für Benutzerordner wie Dokumente oder Bilder
- Sichern und Wiederherstellen (Windows 7): Für ein vollständiges Systemabbild
Wichtig:
👉 Backup testen. Öffnen Sie einige Dateien direkt vom Sicherungsmedium. Ein Backup, das sich nicht lesen lässt, ist wertlos.
Was häufig vergessen wird
- E-Mail-Archive (z. B. Outlook-PST-Dateien)
- Browser-Favoriten und gespeicherte Passwörter
- Lizenzschlüssel von Spezialsoftware
- Netzwerkeinstellungen und WLAN-Zugänge
Kurz gesagt: Sichern Sie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
- System prüfen und vorbereiten
Bevor Sie auf „Jetzt upgraden“ klicken, sollte klar sein: Der PC ist technisch bereit.
Hardware- und Systemanforderungen
Windows 11 stellt höhere Anforderungen als Windows 10:
- TPM 2.0
- Secure Boot
- ausreichender Arbeitsspeicher
- kompatible CPU
Nutzen Sie die offizielle PC-Integritätsprüfung von Microsoft. Falls dort Probleme gemeldet werden, lassen sich TPM oder Secure Boot häufig im BIOS aktivieren.
Software und Treiber
- Prüfen Sie, ob geschäftskritische oder ältere Programme Windows-11-fähig sind
- Aktualisieren Sie Treiber (Grafik, Chipsatz, Storage)
- Entfernen Sie veraltete oder nicht mehr benötigte Software
Speicherplatz schaffen
Für ein reibungsloses Upgrade sollten mindestens 20–30 GB freier Speicherplatz verfügbar sein. Alte Downloads, temporäre Dateien oder nicht mehr genutzte Programme lassen sich jetzt gut aufräumen.
Man kann sich das vorstellen wie eine technische Inspektion vor einer längeren Reise – je gründlicher, desto entspannter der Weg.
- Windows 11 installieren – mit der richtigen Option
Jetzt geht es an die eigentliche Aktualisierung. Entscheidend ist dabei nicht der Weg, sondern die richtige Auswahl während der Installation.
Variante 1: Upgrade über Windows Update
Der einfachste und sicherste Weg:
- Einstellungen → Windows Update
- „Nach Updates suchen“
- Windows-11-Upgrade herunterladen und installieren
Wenn Ihr System geeignet ist, wird das Upgrade automatisch angeboten.
Variante 2: Upgrade per Installationsmedium
Falls Windows Update nichts anbietet:
- Media Creation Tool von Microsoft herunterladen
- USB-Stick oder ISO erstellen
- exe im laufenden Windows starten
Achten Sie hier besonders auf den Punkt:
👉 „Persönliche Dateien und Apps behalten“
Nur diese Option stellt sicher, dass Programme und Benutzerdaten erhalten bleiben.
Während der Installation startet der PC mehrfach neu. Eingreifen ist nicht nötig – Geduld schon.
- Nach dem Upgrade: Kontrolle statt Vertrauen
Nach dem ersten erfolgreichen Start von Windows 11 heißt es: überprüfen.
- Sind Dokumente, Bilder und Desktop-Dateien vorhanden?
- Lassen sich wichtige Programme starten?
- Funktionieren Drucker, Scanner und andere Geräte?
Falls doch etwas fehlt
- Backup öffnen und Dateien zurückkopieren
- Windows-Suche nutzen (manche Ordner werden neu einsortiert)
Updates nicht vergessen
Nach dem Upgrade unbedingt erneut:
- Windows Update ausführen
- optionale Treiber-Updates installieren
Wenn weder Backup noch Bordmittel helfen
In seltenen Fällen können Dateien beschädigt oder überschrieben sein. Dann kommen die professionellen Dateien Wiederherstellung Tools zum Einsatz, die das Laufwerk sektorweise scannen und verlorene Dateien rekonstruieren können. Sie sind kein Ersatz für ein Backup – aber ein sinnvolles Sicherheitsnetz.
Fazit
Ein Windows-Upgrade ist kein Glücksspiel, wenn man es richtig angeht.
Wer vorbereitet ist, reduziert das Risiko auf ein Minimum:
- Backup erstellen und prüfen
- Kompatibilität sicherstellen
- Offiziellen Upgrade-Pfad nutzen
- Immer „Dateien und Apps behalten“ auswählen
- Nachkontrolle nicht überspringen
So wird aus einem potenziell stressigen Update ein sauberer Umstieg – und Windows 11 lässt sich genießen, ohne dass auch nur eine Datei verloren geht.