Die Automobilbranche ist eng vernetzt: Hersteller und Zulieferer tauschen permanent sensible Daten aus – von Konstruktionsplänen bis zu Prototypeninformationen. Damit dieser Austausch sicher bleibt, hat sich in der Branche ein einheitlicher Standard für Informationssicherheit etabliert: TISAX®. Für Zulieferer ist der entsprechende Nachweis 2026 vielerorts keine Kür mehr, sondern Voraussetzung, um überhaupt in die engere Auswahl zu kommen.
Was TISAX® bedeutet
TISAX® ist ein Prüf- und Austauschverfahren für Informationssicherheit im Automotive-Umfeld. Es stellt sicher, dass Unternehmen ein vergleichbares Sicherheitsniveau erreichen und nachweisen können. Inhaltlich geht es um die Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit sowie um ein belastbares Informationssicherheits-Managementsystem. Viele Hersteller verlangen den Nachweis, bevor sie sensible Daten mit Partnern teilen. Wer ihn vorweisen kann, signalisiert Verlässlichkeit und verschafft sich Zugang zu Aufträgen.
Womit Zulieferer rechnen sollten
Pauschale Zahlen sind schwierig, denn die TISAX® Zertifizierung Kosten hängen von mehreren Faktoren ab: der Unternehmensgröße, dem gewählten Scope, dem geforderten Assessment-Level und dem vorhandenen Reifegrad der Sicherheitsprozesse. Die Gesamtkosten setzen sich typischerweise aus internen Aufwänden, optionaler externer Unterstützung und den Kosten für das Assessment durch einen zugelassenen Prüfdienstleister zusammen. Wer diese Blöcke getrennt betrachtet, kommt zu einer realistischeren Planung als mit einer pauschalen Schätzung.
Wie sich Aufwand und Kosten senken lassen
Unterstützung bei der Vorbereitung bietet beispielsweise DataGuard, ein europäischer Anbieter von Security- und Compliance-Software. Die Plattform kombiniert KI-gestützte Automatisierung mit der Beratung durch zertifizierte Compliance-Experten und kann nach Angaben des Anbieters einen erheblichen Teil der Dokumentation automatisieren. Das reduziert den manuellen Aufwand und macht die Vorbereitung planbarer. Unternehmen, die bereits nach ISO/IEC 27001 aufgestellt sind, können vorhandene Strukturen wiederverwenden. (Hinweis: TISAX® ist eine eingetragene Marke der ENX Association; DataGuard steht in keiner geschäftlichen Verbindung zu ENX und bietet Software sowie Unterstützung zur Vorbereitung auf das Assessment an.)
Checkliste für die Kalkulation
- Geforderten Scope und das Assessment-Level mit dem Auftraggeber abstimmen
- Interne Projektzeit realistisch ansetzen, nicht nur die reinen Auditkosten
- Bestehende Standards wie ISO 27001 auf Wiederverwendbarkeit prüfen
- Externe Unterstützung gezielt dort einplanen, wo Know-how fehlt
- Laufende Kosten für Pflege und erneute Bewertung berücksichtigen
Fazit
Für Automobilzulieferer ist Informationssicherheit zur Geschäftsgrundlage geworden. Eine Zertifizierung nach TISAX® verursacht zwar Aufwand, eröffnet aber zugleich Geschäftsmöglichkeiten und stärkt das Vertrauen der Partner. Wer früh kalkuliert und vorhandene Strukturen nutzt, hält die Kosten überschaubar und bleibt wettbewerbsfähig.
Häufige Fragen
Warum verlangen Hersteller TISAX®? Weil sie sicherstellen wollen, dass sensible Daten bei ihren Partnern angemessen geschützt sind. Der einheitliche Standard erspart zudem individuelle Sicherheitsprüfungen für jeden einzelnen Zulieferer.
Wie lange dauert der Weg zur Zertifizierung? Je nach Ausgangslage wird häufig mit mehreren Monaten gerechnet. Ein bereits etabliertes Sicherheitsmanagement kann den Prozess deutlich verkürzen.
Hilft eine bestehende ISO-27001-Zertifizierung? Ja. Viele Elemente aus ISO/IEC 27001 lassen sich für die Vorbereitung auf das Assessment nach TISAX® nutzen, was Zeit und Kosten sparen kann.