Umbrüche im Leben bringen in der Regel gleich eine Vielzahl von Aufgaben mit sich. Wer umzieht, einen Nachlass regelt oder für längere Zeit ins Ausland geht, sieht sich mit einer Menge Behördengängen, Fristen, Logistik und Kostenfragen konfrontiert. Wer solche Übergänge gut vorbereitet, spart viel Zeit und Nerven – und oft vermeiden sich so auch teure Nachzahlungen, weil man Meldefristen oder Zuständigkeiten versäumt hat.
Umzüge: Fristen, Formalitäten, Logistik
Nach dem Bundesmeldegesetz sind alle Umziehenden verpflichtet, sich innerhalb von zwei Wochen nach Einzug bei der zuständigen Meldebehörde anzumelden. Wer das versäumt, kann in manchen Kommunen mit Bußgeldern bis zu 1.000 Euro rechnen. Parallel müssen Nachsendeauftrag, KFZ-Ummeldung, Versicherungen, Banken und Rundfunkbeitragsservice informiert werden. Bei Mietverträgen gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten, wenn im Mietvertrag nichts anderes geregelt ist.
Es klappt natürlich nicht immer, Auszugs- und Einzugstermin lückenlos aufeinander zulegen. Wer einige Wochen zwischen zwei Wohnungen überbrücken muss, braucht Platz für Möbel, Kartons und Alltagsgegenstände. Anbieter von Self-Storage Möglichkeiten halten dafür abschließbare Einheiten in vielen Größen bereit, meist mit monatlich kündbaren Verträgen. In Norddeutschland gehört etwa Lagerlöwe zu den Adressen, die eine solche Zwischenlösung anbieten, wenn mal schnell Hausrat ausgelagert werden muss. Bei der Wahl des passenden Anbieters sind Zugangszeiten, Videoüberwachung, Klimatisierung und die Frage zu klären, ob eine Hausratversicherung für die eingelagerten Sachen aufkommt oder ob eine separate Police sinnvoll ist.
Erbschaft: gesetzliche Fristen und Haushaltsauflösung
Wer eine Erbschaft annimmt, hat nach §1944 BGB sechs Wochen Zeit, das Erbe abzulehnen, wenn ihm die Erbschaft und der Grund der Berufung bekannt werden. Lebte der Erblasser im Ausland oder hält sich der Erbe dort auf, verlängert sich die Frist auf sechs Monate. Versäumt er diese Frist, so gilt das Erbe angenommen, auch mit den etwaigen Schulden. Für die Abwicklung wird meist ein Erbschein benötigt, den das zuständige Nachlassgericht gegen Gebühr ausstellt. Die Gebühr richtet sich nach dem Wert des Nachlasses. Steuerliche Freibeträge im Erbschaftssteuerrecht gibt es je nach Verwandtschaftsgrad zwischen 20.000 Euro und 500.000 Euro. Den höchsten Freibetrag haben Ehepartner, die niedrigsten Geschwister und Nichten und Neffen.
Wird der Haushalt aufgelöst, sollte dabei wie folgt verfahren werden: Zunächst eignen sich persönliche Dokumente und Wertgegenstände, dann ist eine Bestandsaufnahme mit Fotos zu machen, erst dann sind Möbel und Einrichtungsgegenstände zu verteilen, zu verkaufen, zu spenden oder zu entsorgen. Sind mehrere Erben beteiligt und dauert die Aufteilung länger, kann eine vorübergehende Einlagerung des Hausrates sinnvoll sein, damit der Mietvertrag der Nachlasswohnung fristgemäß gekündigt werden kann, aber trotzdem Zeit für die Aufteilung bleibt.
Auslandsaufenthalt: Was vor dem Aufbrechen geregelt sein sollte
Das Meldegesetz verlangt eine Abmeldung beim Einwohnermeldeamt, wenn man länger als sechs Monate im Ausland weilt. Wer angemeldet bleibt, läuft Gefahr, trotzdem noch steuerpflichtig zu sein, obwohl der Lebensmittelpunkt verlagert wurde. Die Abmeldung führt auch nicht immer automatisch zum Ende der deutschen Krankenversicherung, so dass man sich wenigstens nach einer Auslandskrankenversicherung oder einer Anwartschaft erkundigen sollte.
Für die Wohnung gibt es verschiedene Lösungen. Eine Untervermietung ist mit §553 BGB nur mit Zustimmung des Vermieters möglich. Wer die Wohnung aufgibt, muss sich überlegen, was mit den Möbeln und persönlichen Gegenständen werden soll, die während des Auslandsaufenthaltes nicht mitgenommen werden. Eine Einlagerung ist hier in der Regel billiger als eine gleichzeitig noch weiterlaufende Miete, insbesondere in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt.
Folgendes sollte man für sich selbst geregelt haben:
- Vorsorge- oder Kontovollmacht für eine Vertrauensperson
- Nachsendeauftrag oder digitale Postfachdienste für wichtige Post
- Steuerpflicht im Zielland und in Deutschland
- Verträge wie Fitnessstudio, Streamingdienste, Vereinsmitgliedschaften kündigen oder ruhend stellen
- Wichtige Unterlagen, Urkunden, Zeugnisse, Versicherungsunterlagen in digitaler Form sichern
Wer die drei Übergänge mit einer guten Checkliste, realistischen Zeitpuffern und Kenntnis der wichtigsten gesetzlichen Fristen angeht, kann das Risiko minimieren, dass eine einzige versäumte Formalität den ganzen Ablauf stört.