Das Wichtigste in Kürze: Perlseide mit Nadel bedeutet Kartenware: 2 Meter dreifach gezwirnter Faden mit fest integrierter Edelstahlnadel, ideal zum Knüpfen. Fadenmaterial ohne Nadel kommt auf Spulen in großen Längen und braucht eine separate Aufziehnadel. Die Wahl folgt dem Projekt: Knüpfarbeit zur Karte, Meterware zur Spule.
Wer zum ersten Mal Perlseide kauft, stolpert über eine unscheinbare Angabe: mit Nadel oder ohne. Hinter den drei Wörtern steckt die wichtigste Weiche im ganzen Fadensortiment, denn sie trennt zwei Produktfamilien mit unterschiedlicher Zwirnung, Konfektionierung und Verarbeitung. Dieser Beitrag erklärt beide Varianten, die Größenlogik von Nr. 0 bis 16 und die Fehler, die sich beim Einfädeln am leichtesten vermeiden lassen.
Perlseide mit Nadel: die Vorteile
Perlseide mit Nadel ist Kartenware, der sogenannte Bead Cord. Auf jeder Karte sitzen 2 Meter Faden, dreifach gezwirnt, mit einer fest integrierten Edelstahlnadel am Ende. Die Nadel ist der entscheidende Komfort: Sie macht jede separate Aufziehnadel überflüssig, und der Faden franst nicht aus und verheddert sich nicht.
Drei GRIFFIN Fäden teilen sich diese Bauform. Die 100% Natural Silk, dreifach gezwirnt aus dem Filament, dem hochwertigen Mittelteil des Kokonfadens, ist seit 1866 das traditionelle Material für die geknüpfte Perlenkette. NylonPower ist die vegane Variante mit doppelter Reißfestigkeit gegenüber herkömmlichem Nylon und nur 3 bis 4 Prozent Dehnung. High Performance, nur in Weiß und ohne Dehnung, übernimmt harte Edelsteine, schwere Perlen und kleine Bohrlöcher. Bei der weißen Naturseide gibt es zusätzlich eine Variante mit zwei Nadeln, in den Stärken Nr. 0 bis 12 auf Karten mit 2 oder 4 Metern.
Perlseide ohne Nadel: wann sinnvoll?
Fadenmaterial ohne integrierte Nadel ist Spulenware, und sinnvoll ist es immer dann, wenn Länge wichtiger ist als Knüpfkomfort. Jewelry Nylon etwa, der polierte Faden im Seidenstil, kommt auf Spulen von 60 bis 600 Metern, einfach gezwirnt, in 27 Farben und 10 Stärken von 0,20 bis 2,00 mm. Für Häkelketten, Makramee, Flechtarbeiten und alle Projekte, die meterweise Faden verbrauchen, ist die Spule die wirtschaftliche Wahl.
Der Preis dieser Freiheit ist die separate Aufziehnadel. GRIFFIN Beading Needles gibt es in drei Stärken: fein (Ø 0,24 mm), mittel (Ø 0,36 mm) und schwer (Ø 0,50 mm), im Beutel mit 25 Stück. Beim Einfädeln zählt dann Faden plus Nadel: Das Bohrloch muss den doppelten Fadendurchmesser im Nadelöhr passieren lassen. Wer klassisch knüpfen will, bleibt deshalb bei der Kartenware; wer Meterware verarbeitet, plant die Nadel von Anfang an mit.
GRIFFIN Größen 0 bis 16 im Überblick
Die Kartenfäden folgen einem festen Größenraster. 100% Natural Silk und NylonPower gibt es in 13 Stärken, High Performance in 10 (Nr. 0 bis 10):
| Größe | Durchmesser (circa) |
| Nr. 0 | 0,30 mm |
| Nr. 1 | 0,35 mm |
| Nr. 2 | 0,45 mm |
| Nr. 3 | 0,50 mm |
| Nr. 4 | 0,60 mm |
| Nr. 5 | 0,65 mm |
| Nr. 6 | 0,70 mm |
| Nr. 7 | 0,75 mm |
| Nr. 8 | 0,80 mm |
| Nr. 10 | 0,90 mm |
| Nr. 12 | 0,98 mm |
| Nr. 14 | 1,02 mm |
| Nr. 16 | 1,05 mm |
Die Seide und NylonPower sind jeweils in 21 Farben erhältlich; High Performance ausschließlich in Weiß.
Bohrloch messen und Stärke wählen
Die Faustregel folgt der Bohrung, nicht der Perlengröße: 0,30 bis 0,50 mm für kleine Perlen und Glasperlen mit feiner Bohrung, 0,60 bis 0,75 mm für mittelgroße Perlen, 0,80 bis 0,90 mm für große, schwere Perlen, 0,98 bis 1,05 mm für die größten und unregelmäßigen Bohrungen.
Gemessen wird am einfachsten an einer Probeperle: Den Faden der vermuteten Stärke durch eine Perle des Strangs führen. Er soll satt durchlaufen, ohne zu klemmen und ohne Spiel zu lassen, denn ein zu dünner Faden lässt die Perlen kippeln, ein zu dicker scheuert in der Bohrung. Beim Knüpfen darf der Faden ruhig etwas kräftiger gewählt werden, da der Knoten zwischen den Perlen sitzt und nicht durch die Bohrung muss. Scharfkantige Bohrlöcher vor dem Auffädeln glätten; scharfe Kanten sind die häufigste Ursache für Fadenbrüche überhaupt.
Projektideen: Perlenkette, Armband, Gemischte Perlen
Die geknüpfte Perlenkette ist das klassische Projekt für Perlseide mit Nadel: 2 Meter Kartenfaden decken die gängigen Kettenlängen samt Knoten, von der Halskette (35 bis 40 cm bei Damen) bis zur Matinee-Länge. Die Knoten zwischen den Perlen schützen die Oberflächen, halten bei einem Fadenbruch alles an Ort und Stelle und geben der Kette ihren geschmeidigen Fall.
Für Armbänder (17,5 bis 19 cm bei Damen, 20,5 bis 28 cm bei Herren) ist NylonPower die robuste Wahl, weil Armbänder täglich gestaucht und gedehnt werden und die geringe Dehnung Lücken verhindert. Gemischte Stränge aus Glas, Naturstein und Metallperlen sind der Fall für High Performance: Sobald harte Edelsteine oder scharfe Bohrungen im Spiel sind, gehört der stärkste Faden auf die Kette. Wer Verschluss und Endknoten verbindet, klebt die Knoten in Quetschkapseln oder Bell Caps; GRIFFIN Verschlüsse und Zubehörteile bestehen aus 925 Sterlingsilber, nickelfrei, mit 7 Mikron 24-Karat-Vergoldung.
Häufige Fehler beim Einfädeln
Fünf Fehler tauchen in Werkstätten immer wieder auf, und alle fünf sind vermeidbar:
- Den Faden nicht vorstrecken. Kartenfäden vor dem Auffädeln mit beiden Händen kräftig strecken, sonst arbeiten sich Wellen später als Lücken in die Kette.
- Knicke falsch behandeln. Kommt der Faden mit Knicken von der Karte, hilft Anfeuchten mit Wasser und kräftiges Strecken; nach dem Trocknen sind die Kanten verschwunden.
- Die Stärke an der Perle statt an der Bohrung wählen. Große Perlen können feine Bohrungen haben, gerade bei Edelsteinen. Immer an der Probeperle testen.
- Bei Spulenware den Nadeldurchmesser vergessen. Faden im Nadelöhr bedeutet doppelte Stärke an der engsten Stelle.
- Knoten lose setzen. Jeden Knoten dicht an die Perle schieben und den Faden nach jedem Knoten erneut straffen, damit die Kette von Anfang an so liegt, wie sie bleiben soll.