Die Nachricht vom Tod von Xatar, geboren als Giwar Hajabi, hat die deutsche Musikszene im Mai 2025 erschüttert. Sein Name stand über Jahre hinweg für authentischen Deutschrap, Kampfgeist, aber auch Kontroversen. Mit 43 Jahren verstarb Xatar in Köln – doch bis heute bleibt die genaue Todesursache offiziell ungeklärt. Dieser Artikel beleuchtet, was bekannt ist, was spekuliert wird und wie sein Leben und Vermächtnis für viele Menschen Bedeutung gewonnen hat.
Ein Leben zwischen Kulturen und Straßen
Giwar Hajabi wurde am 24. Dezember 1981 in Sanandadsch im kurdischen Iran geboren und wuchs in einer Familie mit künstlerischem Hintergrund auf. Sein Vater war Musikprofessor, und schon früh lernte er Klavier. Doch das Leben führte ihn auf andere Wege: Die Familie floh aus politischen Gründen nach Deutschland, wo der junge Xatar mitten in den multikulturellen Stadtteilen Bonns aufwuchs.
In diesen Straßen, geprägt von Migration, Identitätssuche und Härten des Alltags, fand er Zugang zur Hip‑Hop‑Kultur – einer Kultur, die später sein Ventil und seine Stimme wurde. Sein Künstlername „Xatar“ bedeutet so viel wie „Gefahr“, ein Begriff, der seinen Stil, seine Haltung und sein Image über Jahre prägte.
Vom Goldraub zur Musiklegende
Bevor Xatar zur Rap‑Ikone wurde, geriet er 2009 in einen der spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands: Er war maßgeblich am Überfall auf einen Goldtransporter beteiligt, bei dem Gold im Wert von über 1,7 Millionen Euro entwendet wurde. Dafür wurde er verhaftet, verurteilt und verbrachte mehrere Jahre im Gefängnis. Diese Zeit und der Fall selbst wurden später Grundlage seiner Erzählung – roh, unverfälscht und für viele Fans legitimierend.
Nach seiner Entlassung begann seine Musikkarriere richtig durchzustarten. Er veröffentlichte eine Reihe von Alben, darunter Baba aller Babas (2015) und Alles oder Nix II (2019) – beide erreichten Spitzenpositionen in den deutschen Charts. Er baute mehrere Labels auf, wie Alles oder Nix Records, Groove Attack TraX und Goldmann Entertainment, die Künstler wie SSIO, Mero und Eno förderten und nachhaltig die hiesige Hip‑Hop‑Szene prägten.
Der unverhoffte Abschied – Tod mit offenen Fragen
Am 7. Mai 2025 wurde Xatar tot in einer Wohnung in Köln aufgefunden. Die Nachricht verbreitete sich schnell über Medien, soziale Netzwerke und die Community. Sein Umfeld bestätigte den Tod, und Rap‑Kollegen wie Farid Bang und Fler äußerten öffentlich ihre Trauer und ihren Respekt für den verstorbenen Künstler.
Doch was genau zu seinem Tod führte, blieb offiziell unklar. Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wurden eingeleitet. Eine Autopsie ergab, dass keine äußeren Spuren von Gewalt erkennbar waren, und die Behörden untersuchten mögliche natürliche Ursachen sowie toxikologische Ergebnisse.
Monate später wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt, weil keine Hinweise auf Fremdverschulden vorlagen. Aus Respekt vor den Persönlichkeitsrechten der Familie wurden keine weiteren Details zur Todesursache veröffentlicht.
Gesundheit und Lebensstil: Anzeichen aus der Vergangenheit
Obwohl keine offizielle Todesursache vorliegt, gibt es Hinweise in der öffentlichen Biographie Xatars, dass gesundheitliche Herausforderungen ein Faktor gewesen sein könnten. Bereits 2021 erlitt er einen ernsten gesundheitlichen Zwischenfall, der zuerst als Zahnfleischentzündung fehlinterpretiert wurde, sich aber als schwerwiegender herausstellte und einen „Reset“ seines gesamten Lebensstils notwendig machte. Er berichtete damals von drastischem Gewichtsverlust (rund 50 kg) und einer Empfehlung seiner Ärzte, sein Leben grundlegend umzustellen.
Genauere medizinische Details zu diesem Vorfall – beispielsweise, ob es sich um Herz‑ oder Stoffwechselprobleme handelte – wurden jedoch nie vollständig bekannt gemacht. Die Frage, ob dieser frühere Gesundheitszustand Einfluss auf seinen plötzlichen Tod 2025 hatte, bleibt Grundlage vieler Diskussionen und Spekulationen.
Spekulationen und Gerüchte im Netz
Wie bei vielen Prominenten kursieren auch um Xatars Tod verschiedenste Gerüchte – manche harmlos, andere wild und unbelegt. In Online‑Foren und auf Plattformen wie Reddit wird zum Beispiel über eine angebliche schwere Krankheit oder Blutkrebs spekuliert, obwohl es dafür keinerlei offizielle Bestätigung gibt.
Solche Spekulationen entstehen oft aus dem Gefühl der Fans, dass die Wahrheit ihnen vorenthalten wird. Doch ohne gesicherte medizinische Informationen bleibt dies Spekulation – was auch zeigt, wie sehr Menschen hinter einem Künstler stehen und Antworten suchen, wenn sie diese nicht öffentlich geliefert bekommen.
Xatars Vermächtnis in Musik und Kultur
Xatar war mehr als ein Rapper: Er war ein Unternehmer, ein Erzähler seiner eigenen Geschichte und für viele junge Menschen ein Idol, das aus schwierigen Verhältnissen Erfolg schuf und den Mut hatte, seine Herkunft offen in seinen Texten zu thematisieren. Seine Alben, seine Labels und sein Einfluss auf verschiedene Künstlergenerationen sind ein bleibendes Erbe.
Der Film Rheingold (2022), basierend auf seiner Autobiographie, zeigt beispielhaft, wie stark sein Leben und seine Persönlichkeit in Deutschlands Pop‑ und Rapkultur verankert sind.
Zudem wird anlässlich seines ersten Todestages 2026 ein großes Abschiedskonzert organisiert – Ausdruck der fortwährenden Zuneigung und Wertschätzung für den verstorbenen Künstler und Menschen.
Widerhall in der Öffentlichkeit und Community
Die Trauer um Xatar war in ganz Deutschland spürbar: Musiker, Fans und Kulturschaffende teilten Erinnerungen und würdigten seine Rolle als Vorreiter des Gangsta‑Rap und der deutsch‑kurdischen Identität. Viele sahen in ihm jemanden, der nicht nur Beats und Texte schuf, sondern auch eine Geschichte von Migration, Herausforderung und Selbstbehauptung erzählte.
Sein Einfluss reichte weit über Charts und Alben hinaus – er war Vorbild, Gesprächspartner und für manche Identifikationsfigur. Darum hallt sein Tod nach, auch wenn die genauen Umstände weiter im Dunkeln liegen.
Schlussgedanken: Ein Mensch hinter dem Mythos
Xatars Tod hinterlässt Fragen, die vermutlich nie vollständig beantwortet werden. Doch vielleicht ist das auch ein Teil seines Vermächtnisses: ein Leben so intensiv und vielschichtig, dass einfache Erklärungen nicht ausreichen. Sein Weg – von der Migration über den Goldraub bis zur Musikkarriere und schließlich seinem unerwarteten Abschied – erinnert uns daran, dass hinter jeder Stimme, die Millionen bewegt, ein Mensch mit einer eigenen Geschichte steht.