Was ist das Zentrum für Patienteninformation? Joe Meta im Interview

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Wie ich auf das Zentrum für Patienteninformation und Joe Meta aufmerksam wurde

Als ich letzten Donnerstag beim Zahnarzt war, fiel mir ein Fernseher im Wartezimmer auf, der mir interessante Videos eingespielt hat. Das war sehr informativ und zudem auch noch unterhaltend, sodass die Wartezeit wie im Flug verging. Ich fand es wirklich schön, dass der Arzt sich diese Mühe machte, da ich so auch noch einige Fragen zur Wurzelbehandlung im Vorhinein beantwortet bekam. Sonst kannte ich Bildschirme in der Öffentlichkeit maximal vom Flughafen, die hatten aber außer Abflugzeiten nichts wirklich spannendes zu bieten. Als ich dann nach ca. 30 Minuten aufgerufen wurde, wollte ich mehr über den Fernseher im Wartezimmer wissen. Schließlich war das ein echt cooles Konzept und mir komplett neu.

Also fragte ich den Doktor, wie er auf die Idee kam, worauf er lachte und zu mir sagte: “Gar nicht.”. Auf meine Rückfrage, wie er das meinte, sagte er, dass es ein Service des “Zentrum für Patienteninformation” ist. Umso verblüffter war ich, als mir die Praxis erklärte, dass die Inhalte zu 100% kostenlos vom Verein erstellt werden und nur dazu dienen, Patienten bestmöglich zu informieren.

Dies hat mich so sehr beeindruckt, dass ich das Gehirn, das dahinter steckt, selbst kennenlernen wollte, sodass ich Joe Meta für ein Interview angefragt habe. Seine Reaktion darauf war sehr positiv, sodass ich zu ihm nach Celle gefahren bin, um mit ihm zu sprechen. Und was ich euch mitgebracht habe, ist folgendes Interview.

Wer ist Joe Meta?

I: Guten Tag Herr Meta, es freut mich, dass Sie sich die Zeit genommen haben, für dieses Interview. First things first: Wie heißen Sie wirklich? Ist das ihr echter Name oder nur ein Künstlername?

Joe Meta lacht herzhaft: Oh, ich heiße wirklich so. Seit Mark Zuckerberg den Facebook-Konzern umbenannt hat, werde ich das allerdings ständig gefragt, daher verstehe ich die Frage. Tatsächlich amüsiert sie mich jedesmal aufs Neue.

I schmunzelt: Nun, wenn der größte Werbekonzern der Welt wie Sie heißt, dann muss man damit wohl einfach leben. Aber um das Mal zu vertiefen: Wer ist denn dieser Joe Meta?

Joe Meta: Puh, das ist eine gute Frage! Ich würde sagen, Joe Meta ist ein ganz normaler Mensch, wie du und ich, der wie die meisten Menschen versucht, die Welt ein bisschen besser zu machen. Das mache ich durch mein ehrenamtliches Engagement beim Zentrum für Patienteninformation.

I: Ich wünschte es wäre so, aber nicht jeder macht sich die Mühe, Ärzten dabei zu helfen, Patienten mehr Informationen mitzugeben. Wie sind Sie überhaupt darauf gekommen?

Zentrum für Patienteninformation: Der Ursprung

Joe Meta: Tatsächlich liegt der Ursprung darin, wie die meisten schönen Dinge, in etwas sehr schlechtem. Eine mir nahestehende Person hat jahrelang unter chronischen Rückenschmerzen gelitten. Dagegen hat sie wirklich alles probiert. Von klassischen Medikamenten bis hin zu Yoga war alles dabei. Leider ohne Erfolg. Wie die meisten Menschen in dieser Situation, ist sie von Arzt zu Arzt gewandert, von denen aber keiner so richtig helfen konnte. Letzten Endes war es dann eine Schmerztherapeutin, also eine Ärztin, die sich auf Schmerz spezialisiert hat, die bei ihr den Durchbruch erzielt hat. Es war Akupunktur, was der betroffenen Person extreme Abhilfe bei ihren chronischen Schmerzen geschaffen hat.

Das wirklich Verrückte daran war aber: Ihre Hausärztin, also die erste Anlaufstelle, bei der sie Hilfe gesucht hat, bietet das auch an! Die Schmerzpatientin wusste das bloß nicht, da Ihre Hausärztin keine Zeit dafür hat, das zu kommunizieren. Was man im Hinblick auf das Gesundheitssystem und die vielen Patienten, die Ärzte betreuen müssen, ja auch verstehen kann. Dennoch: Außer ein paar Flyern, die lieblos in der Ecke platziert sind, gab es keinen Hinweis darauf, dass die Hausärztin das anbietet. Und im digitalen Zeitalter befassen sich die meisten Patienten nunmal nicht mit Infobroschüren.

Dass über die Akupunktur nicht noch besser informiert wurde, hat mich so sauer gemacht! Die Patientin hätte viel früher gesund sein können, wenn Sie davon gewusst hätte, dass es diese Behandlung gibt. All die schmerzerfüllten Jahre sind für sie leider verloren gegangen. Und genau das möchte ich anderen Leuten ersparen und das gelingt meiner Meinung nach am besten, indem der Patient über seine Möglichkeiten Bescheid weiß.

Fernseher im Wartezimmer … Warum?

I: Spannend zu hören, ich kann mir vorstellen, dass dies sehr nervenaufreibend für die Schmerzpatientin war. Aber wie genau kamen Sie denn darauf, das über Fernseher zu machen und nicht über klassisches Infomaterial, wie z.B. Flyer, Broschüre und Co.?

Joe Meta: Nun, wir sind in einer so digitalen Welt, dass ein Bildschirm immer die meisten Augen auf sich zieht. Das werden Sie sicher von sich und Ihrem persönlichen Umkreis kennen. Dementsprechend war dies einfach der logischste Schritt, um möglichst viele Patienten zu erreichen.

I:Aber ist dies nicht kostspielig? So ein Fernseher kostet ja schon einiges, oder? Der im Wartezimmer meines Zahnarztes zum Beispiel war riesig.

Joe Meta: Ja, das ist tatsächlich ein teures Unterfangen. Die Fernseher finanzieren wir den Praxen durch unsere Vereinsmitglieder, also Spenden, aber auch Sponsoren. Dabei bezahlen wir nicht nur die TV-Geräte, sondern auch den Monteur, falls der Fernseher an der Wand angebracht werden muss, aus eigener Tasche. Das ist aber der mit Abstand günstigste Faktor. Was wirklich auf den Geldbeutel geht, ist die Erstellung der Inhalte. Googlen Sie gerne mal das Gehalt eines Grafikers. Sie sind ja wahrscheinlich nicht so tief in unserer Leistung drin, aber zur Erklärung: Alles was die Arztpraxis dem Patienten zeigen möchte, erstellen wir kostenlos. Das können Informationen über die Ärzte und das Team sein, oder einfach iGel, also Zusatzleistungen, die die Praxis anbietet. Das ist teilweise eine Arbeit von 40 Stunden für eine einzelne Praxis. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach lokalen Sponsoren oder sogar Vereinsmitgliedern, die unsere Arztpraxen unterstützen wollen.

I: Vereinsmitglieder, wie Sie es eines sind, nehme ich an. Was kann ich mir unter Sponsoren vorstellen?

Joe Meta: Das sind Unternehmen, die dieselben Werte wie wir vertreten und Ärzten dabei helfen wollen, Ihre Patienten noch besser zu informieren. Als Dankeschön für Ihre Beteiligung, können die Sponsoren auf den Fernsehern einige Sekunden lang ihr Unternehmen oder Produkt vorstellen. Das kann ein lokaler Handwerker sein, oder zum Beispiel der Bäcker von nebenan. Wichtig ist, dass es nicht McDonalds oder ein ähnlicher Konzern ist, sondern ein Unternehmen mit Herz. Denn die Wahrheit ist: Was wir machen ist teuer. Und umso mehr Unterstützer wir haben, desto mehr Ärzte können wir ausstatten. Denn ohne Spenden und Sponsoren, haben wir nur das Geld zur Verfügung, das wir Mitglieder über den Beitrag spenden.

Vorteile für die Arztpraxis

I:Ich kann mir vorstellen, dass wenn man selbst dazu einen Bezug hat, dass man dann auch nochmal viel energischer an das ganze angeht und dann gerne dafür Geld ausgibt, wie zum Beispiel Sie. Sie reden ja die ganze Zeit von den Patienten, gibt es denn auch Vorteile für die Ärzte?

JM: Ja, definitiv. Je nachdem, wie Sie es sehen, profitieren die Ärzte sogar mehr als der Patient davon. Die Ärzte haben dadurch nämlich ein Kommunikationsmittel, das jeden Patienten erreicht, ohne dass Sie jedem einzelnen dieselben Sätze sagen müssen. Das spart so viel Zeit, dass die Praxen mehr Patienten behandeln können. Zudem geht es darum natürlich nicht, aber sie verkaufen im Schnitt auch 15-25% mehr iGel, was nicht zu verachten ist. Ich möchte aber nicht nur über die Ärzte sprechen, sondern auch die MFAs profitieren extrem von unseren Fernsehern. Zum Beispiel dadurch, dass viel weniger Fragen wie „Warum ist die Person, die nach mir ins Wartezimmer kam, vor mir vom Arzt aufgerufen worden!?” gestellt werden, da der Fernseher dies erklärt. Das sind auch nur einige wenige Vorteile, die mir gerade spontan aus dem Stehgreif einfallen.

I: Weitere gibt es ja ohnehin auf Ihrer Website zfpi.de. Ich werde Sie aber am Ende des Beitrags nochmal verlinken. Wo Sie gerade schon ins Schwärmen kommen, holen Sie doch mal den Leser ab: Was bringt es den Patienten?

Vorteile für die Patienten

Joe Meta lacht: Nun, Gegenfrage: Sie haben den Fernseher ja damals im Wartezimmer gesehen, was hat er Ihnen gebracht? Ich denke mal, zum einen mehr Wissen über potenzielle Behandlungen, was im Bestfall dazu führen kann, endlich wieder an Lebensqualität zu gewinnen. Das ist aber nicht das Einzige, vielen Patienten kann dadurch auch einfach die Angst genommen werden. Wir unterstützen einige Zahnärzte, die besonders oft mit Patienten in Berührung kommen, die unter großer Angst leiden. Diese kann der Fernseher um bis zu 70% reduzieren. Zum einen, weil wir über die Behandlungen aufklären. Das nimmt den meisten Leuten die Furcht vor dem großen Monster, da sie es nun schon kennen. Zum anderen und das mag jetzt verrückt klingen, weil wir auch süße Tierbabys, wie zum Beispiel Welpen einspielen. Das reduziert nachweislich den Stress um 44%, zumindest laut dem ZDF. Es gibt natürlich auch Studien, bei denen die Prozentangabe noch deutlich höher ist. Was meiner persönlichen Erfahrung auch näher kommt. Ich meine, wer schaut nicht gerne süße Tiere an. (lacht)

I: Tatsächlich war das bei mir auch so. Ich glaube, ich habe eine Babygiraffe gesehen. Das hat mich vor allem abgelenkt und auf andere Gedanken gebracht. Um ehrlich zu sein, auch weil ich dadurch etwas abgeschweift bin und an eine Afrikareise gedacht habe.

Joe Meta lacht: Na, dann hat es seinen Zweck ja erfüllt. Aber Spaß bei Seite, uns geht es auch sehr darum, auf Vorsorge hinzuweisen. Ich glaube davon habe ich jetzt sehr wenig gesprochen, aber viele Krebsarten sind heilbar, wenn man sie früh genug erkennt. Bloß muss der Mensch davon erfahren und auch wissen, wie und wo er Vorsorgeleistungen in Anspruch nehmen kann. Das wollen wir mit unseren Fernsehern ebenfalls erreichen. Denn meistens hängen in Arztpraxen nur staubige Plakate, denen man keinerlei Beachtung schenkt.

Kostenloser Fernseher für Ärzte im Wartezimmer

I:Ich kann nur für mich sprechen, aber tatsächlich schaue ich mir das, was beim Arzt an Infomaterial ausgelegt wird, auch nie wirklich an. Ich glaube aber, dass das normal ist. Ich will Sie auch gar nicht lange aufhalten, während Sie versuchen, die Welt zu retten, aber eine letzte Frage habe ich noch: Wie reagieren die Arztpraxen, wenn Sie ihnen Ihr Konzept vorstellen? Weil ich selbst zum Beispiel dachte, dass dies kostenpflichtig ist.

Joe Meta: Nun, das passiert uns andauernd. Die Arztpraxen, mit denen wir reden, glauben uns das am Anfang immer erst einmal gar nicht, dass wir das umsonst machen. Was eigentlich schon fast traurig ist. Denn mittlerweile ist es so normal geworden, für jede Kleinigkeit Geld zu verlangen, dass selbst unsere Leistung immer erstmal skeptisch hinterfragt wird. Sobald die Leute aber merken, dass wir das wirklich aus Überzeugung machen und uns erstmal Gehör schenken, steht der Zusammenarbeit faktisch nichts mehr im Weg.

I: Sie sagen es, normal ist das nicht. Tatsächlich ist mir bei der Recherche auch aufgefallen, dass es Unternehmen gibt, die etwas Ähnliches wie Sie machen,dafür aber sehr viel Geld pro Monat verlangen. Das finde ich wirklich schade!

Joe Meta: Damit habe ich mich bisher noch nicht befasst, möchte aber über andere Menschen kein schlechtes Wort verlieren. Jeder hat seine Beweggründe und muss sein Geld ja auch irgendwie verdienen. Und ich investiere mein Geld eben in das Zentrum für Patienteninformation, damit die deutsche Gesundheitsversorgung noch besser wird.

I:Wow, das ist doch mal ein Schlusswort. Dann bedanke ich mich herzlich für Ihre Zeit und wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Mission.

JM: Vielen Dank, ebenso. Ich wünsche Ihnen eine gute Heimreise.

Mehr Informationen zum Zentrum für Patienteninformation finden Sie unter https://www.zfpi.de