Nachhaltigkeit stellt sicher, dass es auch in Zukunft noch eine lebenswerte Welt gibt. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass nahezu alle Lebensbereiche immer mehr von nachhaltigen Bestrebungen durchzogen sind. In der unternehmerischen Darstellung sowie im Messebau ist das Thema ebenfalls bereits angekommen. Hier sind einige hilfreiche Tipps, wie Sie Ihren Messestand in puncto Nachhaltigkeit optimieren können.
1) Modulares Standdesign
Ein Messestand, der nur für einen einzigen Einsatz gebaut wird, ist eine teure Wegwerfkulisse. Modulare Systeme schlagen hingegen einen gegenteiligen Weg ein. So lassen sich einzelne Elemente miteinander kombinieren, sodass Ihr Messestand nach Belieben erweitert oder verkleinert werden kann. Hierzu gehören auch sämtliche Einrichtungsdetails, wie etwa Theken, Wände und Podeste.
Und das Beste ist: Nach dem Stand ist vor dem Stand! Bedeutet: Die einzelnen Elemente lassen sich platzsparend einlagern und für die nächste Messe aufbewahren. Anstatt also immer wieder neu in die Konstruktion des Messestandes zu investieren, ist diese Ausgabe einmalig. Die Module selbst können aus Holz, das aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, bestehen oder auch aus recyceltem Kunststoff. Möglichkeiten sind jedenfalls etliche vorhanden.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass modulare Teile leichter und günstiger ausgetauscht werden können, wobei sie weniger Ressourcen verbrauchen. Auch die Möglichkeit zur Reparatur ist mehr gegeben, was die Langlebigkeit erhöht.
2) Nachhaltige Werbeartikel
Auf Messen sind Visitenkarten und Give-aways allgegenwärtig. Viele davon landen umgehend im Müll. Nicht selten ist die Verarbeitung oder die billig wirkende Optik daran schuld, denn die Funktionalität ist bei Massenware zunächst einmal zweitrangig.
Generell ist es daher sinnvoller, wenn Werbeartikel bewusst designt werden, sodass eine tatsächliche Nutzung wahrscheinlicher ist. Das ist mit Blick auf die Umwelt besser und erhöht letztlich auch den Werbeeffekt, der untrennbar mit einem Werbegeschenk verbunden ist. Nachhaltig wird es dann, wenn auch das Material mit Sorgfalt ausgewählt wird. So können Sie Notizbücher, Kugelschreiber oder Taschen bedrucken lassen, die nicht aus Plastik, sondern umweltverträglicheren und/oder recycelten Stoffen gefertigt sind.
Ebenso ist es eine gute Strategie, weniger auf Masse zu setzen und dafür lieber hochwertige, aber weniger Stückzahlen produzieren zu lassen und diese letztlich nur an vielversprechende Messekontakte zu verteilen.
3) LED-Beleuchtung verwenden
Halogenstrahler waren lange Standard an Messeständen, wurden aber bereits weitgehend von LED-Lampen abgelöst. Das ist in puncto Umwelt sowie mit Blick auf die Energiekosten auch absolut empfehlenswert. Denn herkömmliche Beleuchtung verbraucht sehr viel mehr Strom, entwickelt Hitze und verkürzt somit die Lebensdauer der Leuchtmittel. Sie müssen also häufiger ausgetauscht werden bei höheren Kosten.
LED hingegen verbraucht teilweise bis zu 90 % weniger der bisherigen Energiekosten, wärmt sich nur minimal auf und kann somit sehr viel länger betrieben werden – für einen nachhaltigen, „grüneren“ Messestand ist LED-Beleuchtung daher genau das Richtige!
4) Regionales Catering
Essen auf Messen folgt oft einem simplen Muster: standardisierte Snacks, lange Transportwege, viel Verpackung. Dabei lässt sich Catering auch anders denken. Regionale Anbieter liefern frische Produkte, oft mit kürzeren Lieferketten und weniger Verpackungsmüll. Saisonale und regionale Zutaten machen das Angebot sogar meist abwechslungsreicher. Ebenso sind vegetarische oder vegane Lebensmittel sehr viel weniger umweltschädlich als etwa die Herstellung von Fleisch.
5) Digitale Lösungen
Auf Messen werden nicht selten Unmengen an Papier verschwendet. Seien es Ausdrucke vor Ort oder haufenweise Infomaterial, das nach der Messe postwendend im Müllcontainer landet – ungelesen wohlgemerkt.
Digitale Alternativen schaffen da Abhilfe. QR-Codes führen zu Produktseiten, Datenblättern und Videos und können ein Unternehmen oder ein bestimmtes Produkt sehr viel anschaulicher oder verständlicher machen. Zudem können Inhalte auch aktualisiert und angepasst werden, ohne dass eine neue Broschüre gedruckt werden muss. Tablets oder große Displays ersetzen gleichermaßen gedruckte Poster. Ihr Stand wirkt dadurch dynamischer und moderner. Die Möglichkeit, Infomaterial an Standbesucher auszugeben, nimmt drastisch zu, ohne dass unnötig hohe Papierberge entstehen.
Digitale Visitenkarten oder einfache Kontaktformulare reduzieren zudem gedruckte Visitenkarten. Daten landen direkt im System, statt später mühsam abgetippt zu werden. Auch das spart Zeit und Zeit ist auf einer Messe knapp.
6) Nicht mehr Transporte als nötig
Der Transport des Stands sowie sämtlicher benötigter Materialien ist einer der größten Emissionsfaktoren bei Messeauftritten. Mehrere kleine Lieferungen treiben den Aufwand und Emissionen nach oben. Besser ist eine sorgfältige Planung, sodass Transporte gebündelt werden können.
Lagermöglichkeiten am Messestandort können ebenfalls helfen. Manche Materialien lassen sich vor Ort einlagern und beim nächsten Termin wieder nutzen. Das reduziert unnötige Fahrten.
Auch die Wahl der Dienstleister beeinflusst die Bilanz. Speditionen mit modernen Fahrzeugflotten oder optimierten Routen senken den Ausstoß. Diese Details wirken zunächst unscheinbar, summieren sich jedoch schnell – und machen sich auch finanziell bemerkbar.
7) Abfall vermeiden
Einwegbecher, einzeln verpackte Snacks, Verpackungsmaterial, die „Abfallliste“, die auf einer Messe üblicherweise anfällt, ist lang. Es lässt sich jedoch auch viel Abfall reduzieren oder ganz vermeiden. So könnte auf Mehrwegbecher oder nachfüllbare Wasserspender gesetzt werden. Anstatt mehrfach verpackter Snacks könnte auch einfach Obst angeboten werden.
Auch beim Aufbau fällt viel Material an: Folien, Kartonagen, Schutzverpackungen. Wer Lieferanten darauf anspricht, kann Verpackungen reduzieren oder zurückgeben. Manche Hersteller nehmen Transportverpackungen auch wieder mit, wenn das vorher vereinbart wird.
Ein nachhaltig geplanter Stand produziert sichtbar weniger Müll. Besucher nehmen das wahr, oft ohne es bewusst zu analysieren. Nachhaltigkeit zeigt sich selten in großen Gesten, sondern in vielen kleinen Entscheidungen, die zusammen ein stimmigeres Bild ergeben.