Kurzurlaub ab Dresden: fünf Ausflugsziele in Niederschlesien

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Über die A4 Richtung Görlitz, dann weiter ins polnische Riesengebirge: rund zweieinhalb Stunden. Keine Flugreise, kein langer Anfahrtsweg, kein Urlaub, für den man eine Woche einplanen muss. Ein Kurzurlaub ab Dresden reicht völlig – zwei, drei Nächte, und Sie sehen mehr, als die meisten Tagesausflügler in einem Jahr schaffen.

Kurzurlaub ab Dresden – Ausflugsziel 1: Das Hirschberger Tal und seine Schlösser

Wer wissen will, warum diese Gegend einst Schlesisches Elysium hieß, muss nur einmal durch das Hirschberger Tal fahren.

Auf 102 Quadratkilometern stehen hier rund dreißig Schlösser, Burgen und Residenzen. Eine solche Dichte gibt es in dieser Region Europas nirgendwo sonst; Fachleute vergleichen das Tal mit der Loire. Entstanden ist es aus einer Laune der Geschichte: 1822 kaufte Prinz Wilhelm, der Bruder Friedrich Wilhelms III., das Schloss Fischbach (Karpniki). Wo der Prinz residierte, folgte der Hof – und binnen zweier Jahrzehnte war das Tal Sommerresidenz des preußischen Hochadels.

Kurzurlaub ab Dresden – Ausflugsziel 2: Die Schneekoppe und das Riesengebirge

Ein Urlaub im Riesengebirge ohne die Schneekoppe ist kaum denkbar.

Mit 1602 Metern ist sie der höchste Gipfel der Sudeten. Oben verläuft die polnisch-tschechische Grenze, es stehen dort ein meteorologisches Observatorium, die Laurentiuskapelle und Polens höchstgelegenes Postamt – von dem sich tatsächlich eine Karte verschicken lässt. Der Blick reicht bei klarem Wetter über Böhmen und Schlesien zugleich.

Erreichbar ist der Gipfel von Krummhübel (Karpacz) aus, über Wanderwege oder per Seilbahn mit anschließendem Aufstieg.

In Krummhübel selbst steht das Bauwerk, das Besucher am meisten überrascht: die Wang-Kirche. Eine norwegische Stabkirche vom Ende des 12. Jahrhunderts, errichtet in Vang am Vangsmjøsa-See. Als sie der dortigen Gemeinde zu klein wurde, kaufte König Friedrich Wilhelm IV. sie 1841 für 427 Mark, ließ sie zerlegen, über Stettin und Berlin transportieren und am Hang des Schwarzen Bergs auf 885 Metern wieder aufbauen. Die gesamte Konstruktion ist zimmermannsmäßig gefügt – ohne einen einzigen Nagel.

Ein Urlaub im Riesengebirge bedeutet Schneekoppe. Aber die Wang-Kirche ist das Ziel, von dem die Leute hinterher erzählen.

Ausflugsziele Niederschlesien für Wanderer – Riesengebirge und Rudawy Janowickie

Wer den Trubel von Krummhübel im Sommer meiden möchte, hat eine Alternative, die kaum jemand kennt.

Die Rudawy Janowickie (Landeshuter Kamm) liegen östlich des Hirschberger Tals – ein Mittelgebirgszug mit bizarren Felsformationen, deutlich niedriger als das Riesengebirge, aber mit ebenso weiten Blicken. Die Wanderwege sind gut markiert und meist leer. Vom Kamm sieht man das gesamte Tal der Schlösser, im Hintergrund die Kette des Riesengebirges.

Für Ausflugsziele in Niederschlesien, die ohne Menschenmengen auskommen, ist dies die erste Adresse.

Kurzurlaub ab Dresden – Ausflugsziel 3: Warmbrunn und die Thermalquellen Schlesiens

Dass Polen mehr zu bieten hat als Berge und Schlösser, beweist ein Ort, den deutsche Reisende seit Jahrhunderten kennen.

Bad Warmbrunn (Cieplice Śląskie-Zdrój), heute ein Stadtteil von Hirschberg, ist Polens ältestes Heilbad. Die erste urkundliche Erwähnung der heißen Schwefelquellen stammt aus dem Jahr 1281. Vom 14. Jahrhundert bis 1945 war das Bad mit dem Geschlecht der Schaffgotsch verbunden, deren Schloss noch heute am Kurpark steht.

Die Gästeliste spricht für sich: Johann Wolfgang von Goethe war 1790 hier, König Friedrich Wilhelm III. mit seiner Gemahlin im Jahr 1800, im selben Jahr auch John Quincy Adams, der spätere Präsident der Vereinigten Staaten. Das ornithologische Kabinett der Schaffgotsch galt seinerzeit als größte private Vogelsammlung Europas.

Der Kurpark stammt aus dem 18. Jahrhundert, das Gradierwerk am Ufer der Kamienna lädt zu einem Spaziergang in salzhaltiger Luft ein. Die Thermen selbst sind bis heute in Betrieb.

Ausflugsziele in Niederschlesien haben eine eigene Badekultur – und Warmbrunn ist der älteste Beweis dafür.

Hirschberg (Jelenia Góra) – der schönste Marktplatz Schlesiens

Von Warmbrunn sind es nur wenige Minuten in die Stadt selbst – und ein Halt lohnt sich.

Der Marktplatz von Hirschberg gilt vielen als der schönste Schlesiens: ein geschlossenes Ensemble von Bürgerhäusern mit Renaissance-Arkaden, unter denen sich Cafés und Läden aneinanderreihen. In der Mitte das Rathaus, ringsum Fassaden in Pastelltönen.

Wenige Schritte entfernt steht die Gnadenkirche, eines der großen protestantischen Gotteshäuser Schlesiens, errichtet nach der Altranstädter Konvention von 1707. Dazu Museen und Galerien.

Wer abends zurück ins Quartier fährt, hat hier den passenden Zwischenstopp.

Kurzurlaub ab Dresden – Ausflugsziel 4: Schreiberhau und die Spuren von Gerhart Hauptmann

Ausflugsziele in Niederschlesien haben auch eine literarische Seite.

Schreiberhau (Szklarska Poręba) war um 1900 das Herz einer Künstlerkolonie, die man mit Worpswede verglich. 1890 kauften die Brüder Carl und Gerhart Hauptmann hier ein Bauernhaus; Schriftsteller, Maler und Gelehrte folgten. Heute befindet sich in dem Gebäude das Carl-und-Gerhart-Hauptmann-Haus, ein Museum, das auch dem Berggeist Rübezahl gewidmet ist – Carl Hauptmann sammelte jahrelang die Sagen des Gebirges; die Einheimischen nannten ihn Carl Rübezahl.

Gerhart Hauptmann, Literaturnobelpreisträger von 1912, zog es wenige Bergrücken weiter. In Agnetendorf (Jagniątków) ließ er sich die Villa Wiesenstein errichten – ein neorenaissancehaftes Haus auf einem Granitfelsen, das er selbst die mystische Schutzhülle seiner Seele nannte. Er lebte dort von 1901 bis zu seinem Tod 1946. Das Haus ist heute Museum; die von Wandgemälden geschmückte Paradieshalle ist erhalten.

Wer noch Zeit hat: Die Josephinenhütte (Huta Julia) zeigt in Vorführungen die Herstellung von Kristallglas, und der Zackelfall, der höchste Wasserfall der polnischen Seite des Riesengebirges, liegt in einer Schlucht, in der es auch im Hochsommer kühl bleibt.

Kurzurlaub ab Dresden – Ausflugsziel 5: Das Schloss Wernersdorf und das Tal der Schlösser

Das fünfte Ziel ist ein Sonderfall. Es ist ein Ausflugsziel – und zugleich der Ort, von dem aus die anderen vier am leichtesten zu erreichen sind.

Schloss Wernersdorf (Pałac Pakoszów) in Petersdorf ist ein Barockbau von 1725, errichtet für einen Hirschberger Leinenhändler. Das Erdgeschoss diente dem Bleichen von Leinen, im Obergeschoss lagen die Repräsentationsräume – eine Mischung, die es so kaum ein zweites Mal gibt. Hirschberger Leinwand ging damals in ganz Westeuropa über die Ladentische, und die Kaufleute bauten sich Häuser, die es mit denen des Adels aufnahmen.

Zu Gast war hier Friedrich der Große, gleich dreimal. Um 1800 kam John Quincy Adams, der spätere Präsident der Vereinigten Staaten. Auch der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock zählte zu den Besuchern.

Nach 1945 verfiel das Haus, diente zeitweise als Kinderheim und stand schließlich leer. Erst ein Nachfahre der einstigen Eigentümer kaufte es zurück; zwischen 2008 und 2012 wurde es restauriert. Den barocken Festsaal mit seinen illusionistischen Deckenmalereien richtete der Dresdner Maler Christoph Wetzel wieder her – derselbe, der an der Kuppel der Frauenkirche gearbeitet hat.

Heute ist Schloss Wernersdorf ein Schlosshotel mit Restaurant und Spa. Erhalten ist auch ein Raum, der vollständig mit handbemalten Delfter Kacheln des 18. Jahrhunderts ausgelegt ist – jede einzelne anders.

Schlosshotel Wernersdorf – die perfekte Basis für den Kurzurlaub ab Dresden

Und damit zum praktischen Kern der Sache.

Alle fünf Ziele dieses Kurzurlaub ab Dresden liegen im Umkreis von rund dreißig Kilometern um Schlosshotel Wernersdorf: das Hirschberger Tal mit seinen Schlössern, die Schneekoppe, Warmbrunn mit den Thermen, Schreiberhau mit den Hauptmann-Stätten und Hirschberg mit seinem Marktplatz. Wer hier übernachtet, fährt morgens los und ist abends zurück – ohne das Quartier zu wechseln, ohne Koffer zu schleppen.

Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Hotel liegt auf der Hand. Sie schlafen nicht in einem Neubau am Ortsrand, sondern in einem Barockschloss von 1725, umgeben von 18,5 Hektar Park mit drei Teichen. Das Restaurant liegt in der ehemaligen Leinwandbleiche; im Sommer öffnet die Terrasse mit Blick auf das Riesengebirge. Nach einem Tag auf der Schneekoppe wartet das Spa – ein Innenpool aus griechischem Marmor, eine finnische Sauna, ein Ruheraum mit Panoramafenster.

Und ein Argument, das man nicht überhören sollte: Ein Urlaub in Polen kostet bei vergleichbarem Komfort deutlich weniger als in Deutschland. Fünf-Sterne-Niveau zu Konditionen, die hierzulande kaum möglich wären – das gilt für die Übernachtung ebenso wie für das Abendessen.

Zweieinhalb Stunden ab Dresden. Fünf Ausflugsziele. Ein Schloss als Basis.

Wer einmal so gereist ist, sucht beim nächsten Kurzurlaub ab Dresden keinen anderen Ausgangspunkt mehr.