Privatsphäre beginnt mit der Blickrichtung
Um einen angenehmen Garten gestalten zu können, muss zunächst klar sein, woher störende Einblicke überhaupt kommen. Ein ansehnlicher und dennoch klar abgrenzender Zaun kann vor allem dort helfen, wo eine eindeutige Struktur oder auch Windschutz gebraucht wird. Er muss nicht überall gleich hoch und gleich dicht sein, sondern es ist entscheidend, ob er im Sitzen oder im Stehen vor Blicken aus höher gelegenen Fenstern schützt.
Pflanzen nehmen der Grenze die Härte
Wenn Sichtschutz durch Pflanzen erfolgt, wirkt das weicher als durchgehend geschlossene Flächen. Blicke müssen gar nicht vollständig abgeschnitten werden, sondern können beispielsweise auch durch die folgenden Elemente gefiltert werden:
- Hecken
- Gräser
- Sträucher
- Kletterpflanzen
Insbesondere kleine Gärten werden dadurch oft angenehmer, denn Licht und Bewegung bleiben erhalten. Allerdings muss für Pflanzen ein gewisses Maß an Zeit investiert werden, da sie regelmäßige Pflege brauchen. Durch eine frisch gesetzte Hecke entsteht im ersten Sommer außerdem noch keine vollständige Ruhe. Diese Lücken lassen sich aber gegebenenfalls mit Kübelpflanzen überbrücken.
Feste Elemente geben dem Garten Halt
Zäune, Rankgitter, Mauerscheiben oder Glasflächen lassen sich genauer als Pflanzen planen und wirken sofort. Holz kann ein gewisses Maß an Wärme in den Garten bringen, während Metall klarer und moderner wirkt. Durch Glas lässt sich Wind bremsen, ohne dass Aussicht und Helligkeit zu stark genommen werden. Bei blickdichten Flächen lohnt sich oft ein wenig Zurückhaltung, denn wenn ein kleiner Garten rundum geschlossen wird, kann daraus schnell ein eingeengter Eindruck resultieren. Besser ist es, vor allem an den wirklich empfindlichen Stellen durch kurze Abschnitte für Blickdichte zu sorgen.
Bereiche im Garten unterschiedlich nutzen
Privatsphäre heißt keinesfalls, dass der komplette Garten abgeschirmt werden muss. An eine Rasenfläche oder den Weg zur Garage werden ganz andere Anforderungen als zum Beispiel an eine ruhige Sitzecke gestellt. Auch ein Spielhaus kann im Familiengarten Teil einer kleinen Zone sein, die nicht direkt an der Terrasse liegt und trotzdem übersichtlich bleibt. Für solche Bereiche ist meist keine vollständige Abschottung erforderlich, sondern es genügt eine leichte Trennung durch Sträucher, niedrige Elemente oder eine veränderte Bodenfläche.
Höhe und Abstand verändern die Wirkung
Nicht immer ist ein hoher Sichtschutzzaun die beste Lösung, denn er kann Schatten werfen oder den Wind unglücklich umlenken. Die genaue Position ist meistens wichtiger als die maximale Höhe. So schützt zum Beispiel ein Element direkt am Sitzplatz wesentlich gezielter als eine lange Wand an der Grundstücksgrenze. Auch eine Staffelung der Höhe wirkt natürlich und sieht gut aus:
- niedrige Bepflanzung vorn
- höhere Sträucher dahinter
- einzelne Bäume als Schutz gegen Einblicke von oben
Pflege entscheidet über die Alltagstauglichkeit
Der Sichtschutz soll nicht nur am Anfang gut aussehen. Daher ist regelmäßige Pflege bei Holz erforderlich und Glas muss gelegentlich geputzt werden. Pflanzen müssen geschnitten und gewässert werden, was bei der Planung der Bepflanzung von Beginn an berücksichtigt werden sollte. Grundsätzlich muss jede Lösung zum Alltag passen. Wer wenig Zeit hat, plant anders als jemand, der gerne schneidet, pflanzt und nachjustiert.